Travel24 – Berichte über möglichen Anlegerskandal

Travel24 – Presseberichte spekulieren über Verdacht auf Kapitalanlagebetrug bei Unister-Tochter Travel24.

Das ManagerMagazin berichtet in einem Artikel vom 17.12.2015 über Unregelmäßigkeiten beim Online-Reisebüro Travel24. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens hat nach dem Bericht die Prüfung der Verwendung von 20 Millionen Euro. angeordnet. Der Betrag wurde über eine Mittelstandsanleihe eingenommen und sollte für den Betrieb von bis zu 25 Hotels im Segment "Budget Design Hotels" genutzt werden. Die Mittelstandsanleihe sollte auch dem "Um- und Ausbau" der ersten Travel24-Designhotels in Köln und Leipzig dienen, die noch im Jahr 2013 eröffnen sollten. Allerdings sind diese Hotels bisher nicht geöffnet. Die Immobilienzeitung berichtet detailliert über die Travel24.com-Hotelprojekte in Köln und Leipzig.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat die tatsächlichen Geldströme nun überprüft. Die Anlegerprospekte wurden von einem Kapitalmarktexperten ausgewertet. Die Prospekte sollen in nicht unerheblicher Weise fehlerhaft sein und sich sogar ein Kapitalanlagebetrug aufdrängen.

Ad-hoc Mitteilung  der Travel24.com AG

Die Travel24.com AG teilte in einer Ad-hoc Mitteilung vom 14.12.2015 Folgendes mit: „Dem Vorstand der Travel24.com AG von ihrem Abschlussprüfer, der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, mitgeteilt wurde, dass dieser auf Grundlage der momentan vorliegenden Unterlagen, Nachweise und Beurteilungen aufgrund wesentlicher Prüfungshemmnisse Versagungsvermerke (vgl. § 322 Abs. 5 Satz 1 HGB) für den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014 erteilen wird.“

Das Unternehmen hat dem inzwischen zurückgetretenen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Amtsmissbrauch vorgeworfen und eine interne Compliance-Prüfung durch ein neutrales Gutachten angekündigt.

Rückzahlung Mittelstandsanleihen

Nachdem die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2015 zurückgenommen wurde, wird die Versagung des Abschlussvermerkes wohl  weitere Besorgnis der Anleger hervorrufen. Der Kurs der Anleihe lag Ende 2015 bei nur noch 37,1% des Nominalwerts.

Möglichkeiten für Anleger

Sollte das Unternehmen Anleihen zweckwidrig eingesetzt haben, die Rückzahlung der Anleihen nicht in voller Höhe erfolgen oder die Wertpapierprospekte fehlerhaft sein, könnten die Verträge nichtig sein. In bestimmten Fällen können sich Rückzahlungsansprüche und Schadensersatzansprüche ergeben. Die Anwaltskanzlei Herfurtner rät Anlegern umgehend Ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen zu lassen.  

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