Stop-Loss-Order schützt vor größeren Verlusten

Eine Stop-Loss-Order kann vor erheblichen finanzielle Einbußen schützen und gehört zum Standard-Werkzeug eines risikobewussten Anlegers.

Durch die drastische Aufwertung des Schweizer Frankens seit Mitte Januar 2015 hat die Schweizer Nationalbank (SNB) starke Verluste hinnehmen müssen. Der Wechselkursverlust auf Devisenbestände beläuft sich auf 41,1 Milliarden Franken. Aber auch andere Anleger, die auf einen niedrigen Franken-Kurs gewettet hatten, hat es kalt erwischt.

Nach Pressemeldungen sollen bei einem Londoner Anbieter Kunden binnen Minuten Millionen Pfund verloren haben. Das Unternehmen, welches besonders auf dem Devisen- oder FX-Markt aktiv war, und einige seiner Kunden hatten darauf gewettet, dass der Schweizer Franken nicht über ein angenommenes Kursziel steigen würde.
 
Als dann aber die SNB ohne Vorankündigung über die Entkopplung der Währung vom Euro informierte, stieg der Franken-Kurs innerhalb sehr kurzer Zeit sehr stark an. Laut "Business Insider" begannen damit „zehn Minuten Hölle“, in denen Anleger Millionen Pfund verloren.
 
Ob das Unternehmen die jeweilige Stop-Loss-Order nicht einfach nur zu spät ausgeführt hat oder ob in vielen Fällen keine Stop-Loss-Order vorlag, ist noch nicht offizielle bestätigt worden.

Absicherung über eine Stop-Loss-Order

In jedem Fall sollten sich Anleger aber über eine Stop-Loss-Order absichern, wenn sie horrende Verluste vermeiden wollen.
 
Mit einer Stop-Loss-Order kann ein Anleger bestimmen, dass ein Verkaufsauftrag für ein Papier ausgelöst werden soll, wenn der Kurs einen vorher festgelegten Wert erreicht. In der Regel können damit Anleger Verluste eingrenzen und schon erzielte Gewinne absichern.
 
Wichtig ist, dass der angegebene Stop-Kurs bei einer Stop-Loss-Order keine Kursgarantie darstellt. Erreicht der Kurs diese Marke, verwandelt sich der Auftrag automatisch in eine Bestens-Order. Damit kann der Verkaufskurs auch unter oder ein wenig über dem Stop-Kurs liegen.

Die Festlegung des Stop-Kurses liegt in der Hand des Anlegers

Die Frage, bei welchem Kurs eine Stop-Loss-Order festgelegt werden soll, hängt von der Risikofreudigkeit des Anlegers ab. Sollte der Anleger die eine Stop-Loss-Order zu nahe am aktuellen Kurs platzieren, entgehen dem Anleger die Gewinne, die sich nach einem nur kurzzeitigen Kursrutsch und einer anschließenden Aufwärtsbewegung erzielen ließen. Platziert der Anleger die Stop-Marke aber etwas zu tief, sind nicht unerhebliche Kursverluste die Folge, ohne dass die Stop-Loss-Order ausgelöst wird.
 
Da die Festlegung des Kurses für die Stop-Loss-Order rein im Ermessen des Anlegers liegt, sollte die Spanne abhängig von der eigenen Risikoneigung, der Volatilität der Aktie oder des Währungskurses und der aktuellen Marktlage gewählt werden. Bei Aktien wird die Spanne meist zwischen 10 und 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs genommen. Manche Berater schlagen auch eine Orientierung an charttechnischen Marken vor. Eine Stop-Loss-Marke, die knapp unterhalb einer starken Kursunterstützung gesetzt wird, kann so erhebliche Verluste verhindern.
 
Als weitere Strategie bei einer Stop-Loss-Order kann das sog. Nachziehen angewendet werden. Dabei wird er gewählte Stop-Kurs sukzessive nach oben angepasst, wenn das Papier steigt. Die Kurslücke wird damit minimal gehalten. Allerdings können Orderänderung weitere Kosten für jede Transaktion mit sich bringen. Man sollte daher die jeweiligen Kosten der Banken und Broker im Auge behalten.
 
Sollten Sie von Forderungen durch Ihre Bank oder Ihren Broker bezüglich eines Nachschusses betroffen sein oder Verluste erlitten haben, sollten Sie folgende Punkte beachten.
 
– keine Anerkenntnisse gegenüber Bank oder Broker abgeben
– dem Kontosaldo widersprechen (und diesen Widerspruch dokumentieren)
– Kontaktaufnahme mit der Rechtsabteilung oder des Rechtsbeistands der Bank bzw. des Brokers
– Chancen für außergerichtliche Einigung abklären
 
Die Anwaltskanzlei Herfurtner unterstützt Sie bei der Prüfung & Geltendmachung Ihrer möglichen Ansprüche.
 
 
 

 

Kommentar verfassen

Ich akzeptiere