Marketing Terminal Insolvenz – Millionenverluste für Anleger durch Schneeballsystem

Marketing Terminal – Die Insolvenz der Marketing Terminal GmbH aus dem Allgäu hatte fragwürdige Gewinnversprechen aus den Einnahmen aus „Onlinemarketing“ in Aussicht gestellt. Insgesamt gibt es wohl über 6.000 Betrugsopfer in Deutschland und ganz Europa und rund 10 Millionen Euro Schaden. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte bereits im Jahr 2013 Ermittlungen wegen Anlagebetrugs aufgenommen.

Die Marketing Terminal GmbH wurde von einem Allgäuer Geschäftsmann gegründet. Dieser hatte 100 Prozent Rendite innerhalb von drei Monaten aus Provisionen versprochen. Diese sollten durch gezielte Investitionen in Google Werbekampagnen erwirtschaftet werden. Viele Teilnehmer des Schneeballsystems haben bis zu 250 000 Euro verloren und stehen vor dem finanziellen Ruin. Zu Beginn wurden noch angebliche Gewinne ausgezahlt, die aber bereits aus Geldern von weiteren Anlegern stammten. Mitte 2014 brach das System dann endgültig zusammen.

Das Geschäftsmodell beinhaltete nach Angaben des Unternehmens Premium Werbe- und Informationsdienste, die Erstellung und Durchführung von Onlinewerbekampagnen, Erstellung und Hosting von Homepages und Onlineshops sowie Vertrieb digitaler Dienste und Kundenbindungssysteme.

Marketing Terminal – Anlagebetrug durch Schneeballsystem

Durch die hohe Zahl an Betrugsopfern wurden die Ermittler vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Da es sich um einen der größten Betrugsfälle der letzten Jahre in Bayern handelt wurden diejenigen Anleger, die weniger als 4000 Euro verloren haben nicht einmal angehört. 1200 geschädigte Anleger haben die Polizei angeschrieben und 800 „Anhörungsbögen“ wurden ausgefüllt. Die Ermittlungsakten umfassen 34 Ordnern. Der wohl sehr wahrscheinliche Prozess, wird vor dem Landgericht Kempten stattfinden.

Das bereits laufende Insolvenzverfahren wird nach Angaben des Insolvenzverwalters voraussichtlich länger als 5 Jahre dauern. Anlegern ist zu empfehlen ihre Rechte im Insolvenzverfahren einzufordern und gegebenenfalls einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Nach dem aktuellen Kenntnisstand werden die Anleger wohl das investierte Geld aus dem Insolvenzverfahren nicht in voller Höhe zurückerhalten. Anleger können aber prüfen lassen, ob Schadensersatzansprüche gegen Dritte bestehen. Die Anwaltskanzlei Herfurtner bietet betroffenden Anlegern rechtliche Beratung und Unterstützung bei der Geltendmachung von Ansprüchen.

Kommentar verfassen

Ich akzeptiere